Warum gibt es zur Zeit eine so große Diskussion um E-Mobilität und Dieselfahrzeuge und Fahrverbote und und und… ? Richtig, weil einfach zu viele Autos auf den Straßen sind. Die Politik versucht nun mit höheren Steuern, den eben angesprochenen Fahrverboten und sonstiges kurzfristigen Maßnahmen die Klimaziele einzuhalten. Meiner Meinung nach wird das so aber nicht gelingen.
Was wir bräuchten ist ein Umdenken in der Gesellschaft. Mit vielen Freunden, Bekannten und Fremden, mit denen ich über unsere Fahrgemeinschaft spreche, kommt es zur angeregten Diskussion. Alle finden es super, was wir da machen. Und wenn ich dann frage, warum sie selbst nicht gemeinsam mit anderen fahren, dann kommen Argumente wie „Ich finde doch eh keine anderen.“ oder „Ich will aber flexibel sein, damit ich z.B. spontan nach der Arbeit noch Einkaufen kann.“
„Ich finde keine anderen“ lasse ich dann schon mal direkt überhaupt nicht gelten. Mit dem altklugen Satz „Du hast es ja noch nicht einmal probiert.“ kommt man da immer richtig gut an. Aber ich habe auch sofort Vorschläge parat, was gemacht werden kann. Ich weiß, dass es nicht immer von heute auf morgen klappt und dass man auch ein wenig investieren muss, aber das muss es einem wert sein. Hier ein paar Vorschläge, wie man auf sich aufmerksam machen kann, dass man Mitpendler sucht:
- Aushänge an Mitfahrerparkplätzen: Ein erster Versuch könnte sein, auf dem Weg zur Arbeit mal zu schauen, an welchen Mitfahrerparkplätzen, Park-and-Ride-Parkplätzen oder ähnlichem komme ich denn vorbei. Dort kann man dann einfach mal halten und einen Aushang hinhängen (sofern es so etwas wie ein schwarzes Brett dort gibt, was echt selten ist) oder jedem parkenden Auto eine Notiz da lassen. Der Vorteil ist: Alle, die hier parken, sind sowieso schon mehr oder weniger gewillt, Fahrgemeinschaften zu bilden!
- Aushänge am Arbeitsplatz: Ein weiterer Ort, an dem ein Aushang Wunder wirken kann, ist der eigene Arbeitsplatz. Je nachdem wie man zur Personalabteilung steht, kann man auch direkt dort mal anfragen, ob es Kolleginnen oder Kollegen aus der Nähe des eigenen Wohnorts gibt, von denen man bisher nicht wusste. Vorteil: Die kann man dann auch direkt ansprechen und die Arbeitszeiten sind im Allgemeinen ähnlich zu den eigenen.
- „Aushang“ am eigenen Auto: Hier meine ich mit Aushang nicht wirklich ein DIN A4 Zettel. Aber was wir zum Beispiel gemacht haben (und das mit Erfolg!): wir haben einen Magnet bedrucken lassen mit der URL, der Internetadresse, dieser Seite (kostet maximal 10€). Da fuhr (und fährt) dann jeden Tag zur gleichen Zeit ein Auto mit „die-wo-pendeln.de“ von Mainz nach Kaiserslautern. Alle, die das sehen, fahren auf jeden Fall zur selben Zeit und in die selbe Richtung! Nun muss man sich nicht direkt eine Webseite erstellen, es reicht schon ein Magnet bedrucken lassen mit einer Email-Adresse.
- Internet: Das gute alte Internet… es gibt tausend und ein Portal, bei dem man Mitfahrer suchen kann. Und es gibt sogar ein spezielles Pendler-Portal! Einfach mal schauen, wer da auch noch sucht.
- und es gibt bestimmt noch viele andere Wege…
So viel zum Thema Mitpendler finden. Das war doch noch das andere Argument bezüglich der Flexibilität. Das ist wiederum etwas, da gebe ich zu, da muss man sich ein wenig einschränken. Beziehungsweise anpassen. ABER: wenn ich daran denke, dass sich bei uns mittlerweile 14 Leute gefunden haben, die es schaffen von Mainz nach Kaiserslautern zu pendeln, dann frage ich mich, warum es nicht so viel mehr gibt, die gemeinsam beispielsweise von Mainz nach Frankfurt pendeln! Dort regen sich täglich so viele Berufstätige über den Stau auf und beschweren sich, dass sie täglich mehrere Stunden im Auto verbringen.
Es müssen ja nicht immer vier oder fünf zusammen fahren. Wenn jeweils nur zwei sich finden, halbiert das die Menge der Autos schon.
Mitglieder der Pendlergruppe die-wo-pendeln.de, immer wieder.
Und ich zwinge ja niemanden dazu, jeden Tag mit der Pendlergruppe zu fahren. Es gibt auch bei uns welche, die nur zwei- oder dreimal in der Woche mitfahren. An den verbleibenden Tagen kann man dann immer noch flexibel auf dem Weg nach Hause bei Supermarkt halten oder direkt zum Sport fahren. Und selbst das funktioniert mit Pendlergruppe, man muss eben ein wenig vorausplanen und umdenken.
Und auch wenn es nur einmal in der Woche ist, so fährt zumindest an diesem Tag ein Auto weniger auf der Straße. Daher sind wir für mehr Pendlergruppen auf Deutschlands Straßen. Dies ist so einfach umzusetzen und würde so viel bringen, z.B. im Kampf gegen Fahrverbote, und es muss nicht erst durch die Politik geregelt werden. Vielleicht haben wir Glück und Pendlergruppen werden irgendwann sogar noch mehr gefördert.