Es wird Sommer.

Bereits vor einigen Wochen – ach Monaten – hörte man im Auto immer öfter wieder den Satz: „Oh, es wird wieder warm.“ Doch entgegen der Erwartungen, die jetzt bei Leserinnen und Lesern aufkamen, wurde dieser Wechsel nicht aus Wettermeldungen aus dem Radio geschlossen oder weil die Vögel zwitschern. Nein, die Anzeichen verdichten sich sichtbar auf der Autobahn: Baustellen werden vorbereitet.

Einer Theorie aus dem Pendler-Universum folgend wird wie jedes Jahr im Frühling ein neuer Jahrgang Straßenbau-Azubis angelernt. Die „Ersties“ lernen auf der weniger dicht befahrenen A63 die Grundlagen:

  • Wie sperre ich Spuren?
  • Wie stelle ich Hütchen auf?
  • Wie stelle ich Baustellenschilder auf?
  • Wo kann ich Geschwindigkeitsbegrenzungsschilder positionieren?
  • Wo kann ich diese getrost ein halbes Jahr nach der Baustelle vergessen?

Denn auch das wird beigebracht: es gibt nicht ausreichend Platz in Deutschlands Lagerhallen für diverse Hütchen und Schilder, sodass ebendiese möglichst lange auf Straßen stehen bleiben sollten.

Auch erweiternde Aufgaben werden gelehrt, wie zum Beispiel:

  • Wie fräse ich die Straßen ab?
  • Möglichst langsam?
  • Wie werden Fahrspuren mit gelben Linien neu verlegt?

Jeder regelmäßige A63-Pendler kann wohl bestätigen, dass jedes Jahr die selben Stellen dafür genutzt werden. Ob die Fahrbahn neu gemacht werden muss oder nicht, spielt hier keine Rolle. Die Brücken zwischen Kirchheimbolanden und Kaiserslautern sahen eigentlich ganz gut aus.

Übrigens, im zweiten Jahr werden die nun erfahrenen Azubis dann auf anderen Autobahnen eingesetzt. Autobahnen, auf denen wesentlich mehr los ist, z.B. die A6. Hier soll dann neben den technischen Fähigkeiten die psychische Belastbarkeit auf ihre Grenzen getestet werden.

Nun ist Mitte Mai und der Sommer ist auch in der Natur langsam erkennbar. Dank der „Baustellen“ (oder Absperrungen) und dem damit einhergehenden langsameren Durchfahren bleibt nun auch wieder mehr Zeit, die Farbenpracht und Formenvielfalt der Felder und Wälder links und rechts der Strecke zu genießen. So gesehen, hat alles seine Vor- und Nachteile.

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